Warum treten Menschen aus der Kirche aus? Die häufigsten Gründe im Überblick

Warum treten Menschen aus der Kirche aus? Die häufigsten Gründe im Überblick

29.07.2025 | Kirchenaustritt Schweiz Team

Steigende Kirchensteuern, Vertrauensverlust durch Skandale oder einfach kein Glaube mehr: Wir analysieren die häufigsten Gründe für den Kirchenaustritt in der Schweiz.

Immer mehr Menschen in der Schweiz entscheiden sich für den Kirchenaustritt. Allein im Jahr 2023 verzeichneten die Landeskirchen über 100’000 Austritte – ein neuer Höchstwert. Doch warum treten so viele Menschen aus der Kirche aus? Ist es nur wegen der Kirchensteuer? Oder steckt mehr dahinter? In diesem Artikel analysieren wir die häufigsten Gründe, basierend auf aktuellen Studien, Umfragen und gesellschaftlichen Entwicklungen.

1. Finanzielle Gründe: Die Kirchensteuer ist zu hoch

Einer der am häufigsten genannten Gründe für den Kirchenaustritt ist die Kirchensteuer. Je nach Kanton und Einkommen kann sie mehrere hundert bis über tausend Franken pro Jahr ausmachen.

Gerade junge Erwachsene, die zum ersten Mal selbst Steuererklärungen ausfüllen, entscheiden sich bewusst dafür, nicht für eine Institution zu zahlen, deren Angebote sie kaum oder gar nicht nutzen. Die Kirchensteuer wird oft als Pflichtbeitrag ohne direkten Gegenwert wahrgenommen.

💡 In Zürich oder Bern kann die jährliche Belastung bei CHF 800–1’200 liegen – für viele ein starker Anreiz zum Austritt.

2. Kein persönlicher Bezug mehr zur Kirche

Viele Menschen treten aus, weil sie keinen Bezug mehr zur Kirche haben. Die Kirche spielt in ihrem Leben weder religiös noch gesellschaftlich eine relevante Rolle.

Sie besuchen keine Gottesdienste, lassen ihre Kinder nicht taufen und heiraten nicht kirchlich. Die Kirche wird zunehmend als überholt, weit entfernt und nicht mehr zeitgemäss empfunden.

Studien zeigen: Besonders die Altersgruppe zwischen 25 und 45 Jahren sieht keinen Mehrwert mehr in der Mitgliedschaft – weder spirituell noch sozial.

3. Kritik an der Institution Kirche

Neben dem persönlichen Desinteresse gibt es auch kritische oder ideologische Motive für den Austritt. Dazu gehören:

  • Umgang mit Missbrauchsfällen (insbesondere in der katholischen Kirche)
  • mangelnde Transparenz und Reformbereitschaft
  • Veraltete Positionen zu Themen wie LGBTQ+, Frauenrollen, Sexualität
  • Misstrauen gegenüber Hierarchie und Machtstrukturen

Die Missbrauchsstudie von 2023 war für viele der Auslöser, die Entscheidung zum Austritt endlich umzusetzen – oft nach Jahren des inneren Zweifelns.

4. Austritt aus Überzeugung – kein Glaube (mehr)

Ein nicht zu unterschätzender Anteil tritt aus, weil er schlicht nicht mehr glaubt – oder nie geglaubt hat. Der Glaube spielt in der eigenen Lebenswelt keine Rolle mehr, spirituelle Fragen werden eher privat oder philosophisch beantwortet als im kirchlichen Kontext.

Viele Menschen sind zwar nicht religionsfeindlich – aber sie wollen keiner Institution mehr angehören, die für sie keinen Sinn mehr ergibt.

5. Gesellschaftlicher Wandel und neue Lebensmodelle

Die Kirche verliert zunehmend an Bedeutung in einer Welt, die von Individualität, Selbstbestimmung und Digitalisierung geprägt ist.
Veränderte Familienbilder, mobile Lebensstile und neue Werte (z. B. Nachhaltigkeit, Diversität, Selbstverwirklichung) verdrängen die klassischen kirchlichen Strukturen.

Der Kirchenaustritt wird damit oft zur logischen Konsequenz einer sich wandelnden Lebenshaltung.

Fazit: Kirchenaustritt – eine persönliche Entscheidung mit vielen Gründen

Ob aus finanziellen, ideologischen oder spirituellen Gründen: Der Kirchenaustritt ist für viele Menschen heute ein bewusster Schritt. Es geht dabei weniger um einen Protest – sondern um eine ehrliche Konsequenz aus einer distanzierten Beziehung zur Kirche.

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